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Finanzierung einer Nachfolge

Wie finanziere ich mein Unternehmen

Unternehmensnachfolge finanzieren

Damit aus dem Kaufpreis kein Klotz am Bein wird

Ein Unternehmen zu übernehmen heißt nicht nur, Verantwortung für Mitarbeiter, Kunden und laufende Aufträge zu übernehmen. Es bedeutet meist auch, eine erhebliche finanzielle Verpflichtung einzugehen.

Und genau hier entscheidet sich oft, ob eine Nachfolge langfristig funktioniert. Denn entscheidend ist nicht allein die Frage: „Wie kann ich den Kaufpreis finanzieren?“ Die wichtigere Frage lautet: „Welche finanzielle Belastung kann dieses Unternehmen nach der Übergabe tatsächlich tragen?“

Das ist ein großer Unterschied. Der Kaufpreis ist nur ein Teil der Finanzierung. Bei einer Unternehmensnachfolge konzentriert sich der Blick verständlicherweise zunächst auf den Kaufpreis. Doch nach der Übernahme muss das Unternehmen weiter funktionieren. Mitarbeiter wollen bezahlt werden. Maschinen müssen ersetzt oder modernisiert werden. Fahrzeuge, Software oder Betriebsausstattung benötigen Investitionen. Gleichzeitig braucht der neue Unternehmer ausreichend Liquidität für das Tagesgeschäft – und natürlich ein Einkommen, von dem er selbst leben kann.

Deshalb gehört zur Finanzierung einer Nachfolge deutlich mehr als die Beschaffung des Kaufpreises. Eine tragfähige Finanzierung muss gewährleisten, dass

  • der Kapitaldienst aus Zins und Tilgung geleistet werden kann,
  • das Unternehmen weiterhin investieren kann,
  • ausreichend Liquidität vorhanden bleibt,
  • der Nachfolger ein angemessenes Einkommen erzielt und
  • die Belastungen auch dann tragbar bleiben, wenn das Geschäft einmal nicht wie geplant läuft.

Auch bei der Vorbereitung einer Betriebsübergabe wird deshalb ausdrücklich darauf hingewiesen, dass das zukünftige Einkommen des Übernehmers und der Kapitaldienst für die Finanzierung des Übernahmepreises gesichert sein müssen. Gleichzeitig muss geklärt werden, ob zukünftige Investitionen finanzierbar bleiben.

Was ist das Unternehmen tatsächlich wert – und was kann es erwirtschaften?

Gerade bei familieninternen Übergaben treffen an dieser Stelle häufig unterschiedliche Sichtweisen aufeinander.

Für den Übergeber steckt im Unternehmen möglicherweise ein Lebenswerk von 30 oder 40 Jahren. Er sieht die aufgebauten Kundenbeziehungen, die Maschinen, das Grundstück, die Reputation und all die Arbeit, die in diesem Betrieb steckt.

Der Nachfolger muss dagegen eine andere Rechnung aufmachen:

Was kann das Unternehmen in Zukunft erwirtschaften?

Denn aus den zukünftigen Erträgen müssen nicht nur seine Lebenshaltung und die laufenden Kosten des Unternehmens finanziert werden. Daraus müssen gegebenenfalls auch Kaufpreis, Kredite und zukünftige Investitionen bezahlt werden.

Ein Kaufpreis kann deshalb durchaus nachvollziehbar sein – und trotzdem für den Betrieb nicht finanzierbar. Genau diese Unterscheidung ist wichtig.

Eine gute Finanzierung beginnt vor dem Bankgespräch

Viele Nachfolger beschäftigen sich mit Finanzierung erst dann intensiv, wenn bereits ein Kaufpreis im Raum steht. Das ist spät. Besser ist es, frühzeitig verschiedene Varianten durchzurechnen.

Zum Beispiel:

  • Wie entwickelt sich die Liquidität bei unterschiedlichen Kaufpreisen?
  • Welche Kreditrate kann der Betrieb tatsächlich verkraften?
  • Welche Investitionen stehen in den nächsten drei bis fünf Jahren an?
  • Wie stark darf der Umsatz zurückgehen, bevor die Finanzierung problematisch wird?
  • Welche Reserven bleiben für unerwartete Ereignisse?
  • Und welche Möglichkeiten gibt es, den Kaufpreis so zu gestalten, dass nicht die gesamte Belastung unmittelbar nach der Übernahme entsteht?

Eine Unternehmensnachfolge sollte deshalb immer auch als Finanzierungs- und Liquiditätsprojekt betrachtet werden. Nicht jede Nachfolge muss ausschließlich über einen Bankkredit finanziert werden. Je nach Ausgangssituation können verschiedene Bausteine miteinander kombiniert werden. Dazu können beispielsweise Eigenkapital, klassische Bankfinanzierungen, Förderdarlehen, Beteiligungskapital oder Vereinbarungen mit dem bisherigen Unternehmer gehören. Auch ein Verkäuferdarlehen oder eine zeitlich gestreckte Kaufpreiszahlung kann Teil einer Lösung sein.

Welche Konstruktion sinnvoll ist, hängt jedoch immer vom konkreten Unternehmen ab.

  • Von seiner Ertragskraft.
  • Von der Vermögensstruktur.
  • Von notwendigen Investitionen.
  • Von den Vorstellungen des Übergebers.
  • Und natürlich von der finanziellen Situation des Nachfolgers.

Deshalb gibt es bei Unternehmensnachfolgen keine Finanzierung „von der Stange“. Auch die IHK und Handwerkskammer weisen bei der Vorbereitung einer Nachfolge darauf hin, dass keine Nachfolge der anderen gleicht und die Einbindung von Fachberatern sinnvoll ist.

Finanzierung beginnt mit Transparenz

Banken und Finanzierungspartner wollen nachvollziehen können, was sie finanzieren. Dafür braucht es belastbare Unterlagen. Jahresabschlüsse, betriebswirtschaftliche Auswertungen, Verträge und weitere wirtschaftliche Unterlagen sollten deshalb bereits während der Vorbereitung der Nachfolge vollständig vorliegen und aktuell gehalten werden. Noch wichtiger ist jedoch, aus diesen Zahlen eine nachvollziehbare Zukunftsplanung abzuleiten. Denn ein Jahresabschluss zeigt die Vergangenheit.

Die Finanzierung einer Nachfolge basiert aber auf der Frage:

  • Was passiert in den nächsten Jahren?
  • Eine gute Planung verbindet deshalb Vergangenheit, aktuelle Situation und Zukunft.
  • Daraus entsteht ein realistisches Bild:
  • Was verdient das Unternehmen heute?
  • Welche Veränderungen sind absehbar?
  • Welche Kosten entwickeln sich?
  • Welche Investitionen werden notwendig?
  • Wie entwickelt sich die Liquidität?
  • Und welcher Kapitaldienst ist unter diesen Bedingungen tatsächlich möglich?

Auch der Übergeber hat ein Interesse an einer tragfähigen Finanzierung

Eine gute Finanzierungsstruktur schützt nicht nur den Nachfolger. Sie schützt auch den Übergeber. Denn was nützt ein maximaler Kaufpreis, wenn der Nachfolger wenige Jahre später unter der Belastung zusammenbricht? Zu den wesentlichen Zielen einer Betriebsübergabe gehören deshalb neben dem Erhalt des Unternehmens und klaren Eigentumsverhältnissen ausdrücklich auch die Investitionsfähigkeit, die Sicherung der Einkommensquelle des Übernehmers, tragbare Belastungen und die Altersversorgung des Übergebers.

Eine gute Nachfolgelösung muss deshalb beide Seiten betrachten. Bevor Sie finanzieren, sollten Sie wissen, was finanzierbar ist Genau an dieser Stelle begleite ich Übergeber und Nachfolger. Nicht als Vermittlerin eines Kredites., sndern bereits einen Schritt vorher. Ich schaue gemeinsam mit Ihnen auf das Unternehmen, die vorhandenen Zahlen, die zukünftige Entwicklung, notwendige Investitionen und die persönlichen Vorstellungen beider Seiten.

Wir prüfen:

  • Was kann das Unternehmen tatsächlich tragen?
  • Welche finanziellen Spielräume bestehen?
  • Wo liegen Risiken?
  • Welche Finanzierungsstruktur passt zur geplanten Übergabe?
  • Und vor allem:
  • Bleibt das Unternehmen nach der Übernahme handlungsfähig?

Denn das Ziel einer Unternehmensnachfolge ist nicht, eine Finanzierung irgendwie genehmigt zu bekommen. Das Ziel ist ein Unternehmen, das auch nach der Übergabe wirtschaftlich gesund weiterarbeiten kann.

Sie planen eine Unternehmensnachfolge?

Dann sollten wir nicht erst miteinander sprechen, wenn Kaufpreis und Finanzierung bereits feststehen. Je früher die wirtschaftlichen Möglichkeiten, Risiken und Finanzierungsvarianten betrachtet werden, desto größer ist der Gestaltungsspielraum. Lassen Sie uns gemeinsam prüfen, wie eine tragfähige Finanzierung Ihrer Unternehmensnachfolge aussehen kann.